Dreams of you and me

„Dreams of you and me“ – so lautete das Motto des diesjährigen Sommerkonzerts. Mit zwei träumerischen Stücken, die beide auf Klavierwerken von J.S. Bach basierten (darunter die als „Ave Maria“ berühmt gewordene „Méditation“ von Charles Gounod), eröffnete das Orchester (Leitung: Benjamin Albrecht) dieses insgesamt beeindruckend vielfältige und kurzweilige Konzert. Es folgte Charles Trenets Hommage an das Mittelmeer („La Mer“), bei dem die Posaunen einmal ihre Qualitäten als Melodie-Instrumente einbringen konnten. Den Abschluss des Orchesterteils bildete eine Orchesterfassung des Robbie-Williams-Songs „Let me entertain you“, die nach dem Pathos der vorangegangenen Stücke einen groovig-rhythmischen Akzent setzte.

Zu den Klavierklängen von „Somewhere over the Rainbow“ erklomm nun der Unterstufenchor (Leitung: Britta Dörfer) die Bühne und bildete passend zu dem bekannten Lied einen wunderschönen Regenbogen mit seinen Schals. Das folgende, ganz zart und dafür umso intensiver vorgetragene Stück „Can you hear me?“ von Bob Chilcott, das von dem Traum und dem Wunsch nach Teilhabe am Leben handelt, erzeugte bei den Zuhörern Gänsehaut. Der Chor übersetzte den Text während des Singens in Gebärdensprache. Zum Abschluss ihres Auftritts zeigten die Sängerinnen und Sänger mit „Sapphire“ von Ed Sheeran ein Feuerwerk aus begeisterter Sangesfreude und perfekt einstudierter Choreografie.

Träume können in Erfüllung gehen, Träume können aber auch von der Realität eingeholt werden. So widmete sich der Kammerchor (Leitung: Andreas Strobel), ein Auswahlensemble fortgeschrittener Sängerinnen und Sängern, zunächst dem bekannten Song „Wild World“ von Cat Stevens. In diesem klagenden Stück wie auch im folgenden Titel, „The Never Ending Story“, kamen sowohl Klangschönheit als auch gestalterische Tiefe voll zum Tragen. Chormusik auf hohem Niveau!
Charlotte Langguth und Lisa Walter standen beim souverän und überaus ausdrucksvoll interpretierten „Dreams“ im Mittelpunkt, welches zum nächsten Programmpunkt überleitete.

Bis jedoch alle Sängerinnen und Sänger des Mittel-/Oberstufenchors auf der Bühne waren, dauerte es einige Zeit – ein leistungsstarker Chor in großer Besetzung, in dem auch der männliche Part in stattlicher Anzahl vertreten ist. Die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Andreas Strobel bewiesen schon bei den ersten beiden charmant und glasklar vorgetragenen Renaissanceliedern, welche lediglich mit Gitarre begleitet wurden, dass sie auch mit alter Musik souverän umgehen können. Ob beim mit Verve vorgetragenen Evergreen „Happy Together“ von den Turtles, dem coolen Country-Pop-Titel „Meant to be“ (Bebe Rexa) oder Billie Joels Lovesong „The longest Time“ – immer war die Interpretationsfreude und Agilität des großen Ensembles spürbar. Ein großes Lob gebührt auch den Solistinnen und den vielen Instrumentalisten (fast alle sind Chormitglieder!), die an diesem Abend Großartiges geleistet haben!

Mit stolzen 28 Bandmitgliedern stand an diesem Abend die bislang größte Besetzung in der Geschichte unserer Big Band (Leitung: Katharina Keiner) auf der Bühne. Getreu dem diesjährigen Motto „Dreams of you and me“ bewiesen sie, dass Träume nicht immer leise sein müssen – manchmal kommen sie eben mit einem donnernden Bläsersatz daher! Und diese geballte Power war vom ersten Ton an zu spüren. Das Ensemble wagte sich an ein enorm anspruchsvolles Programm: Vom rasanten Spionage-Jazz in „Tank!“ über die feurigen, komplexen Rhythmen von Chick Coreas „Spain“ bis hin zum krönenden, rockigen Finale bei der Zugabe „Enter Sandman“. Das Besondere an diesem Auftritt war jedoch nicht nur die Souveränität, mit der die Big Band ihr Programm präsentierte, sondern vor allem die ansteckende Energie. Die Spielfreude der Jugendlichen sprang wie ein Funke sofort auf das Publikum über. Es wurde mitgewippt, geklatscht und gestaunt, wie cool und dynamisch Schulmusik klingen kann. Ein rundum gelungener, kraftvoller Auftritt, der einmal mehr gezeigt hat, was für ein großartiges Team hier zusammengewachsen ist!

Von Britta Dörfer.

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