Das Förderkonzept am GKM

Wir fördern starke und schwache Schüler gleichermaßen.“ (Leitbild, Leitsatz 5)

Am GKM gibt es vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung, sowohl für Schüler, die in bestimmten Fächern Kompetenzbereiche aufarbeiten müssen, als auch für Schüler, die in einzelnen Bereichen besondere Begabungen sowie ein verstärktes Interesse aufweisen.

Die Verordnung des Kultusministeriums über die Stundentafeln der Klassen 5 bis 10 der Gymnasien vom 23. Juni 1999, zuletzt geändert durch die Verordnung vom 15. Juni 2012, regelt u. a. den Einsatz der so genannten Poolstunden.

Elf Poolstunden stehen den Gymnasien zur Verfügung. Sie müssen im Umfang von fünf Stunden für die Schüler als Pflichtunterricht eingesetzt werden; sechs Poolstunden müssen für fachspezifische Förderungen verwendet werden, wobei eine davon zwingend in Klassenstufe 5 oder 6 eingesetzt werden muss. ‚Fachspezifische Förderung’ meint sowohl die Unterstützung schwächerer Schüler als auch die gezielte Förderung begabter Schüler.

In den vergangenen Monaten hat sich ein Lehrerteam an die Arbeit gemacht und ein neues Förderkonzept ausgearbeitet. Zielrichtung war v. a. einerseits die individuellere Betreuung schwächerer Schüler, andererseits aber auch die Förderung lernstarker Schüler. Unterstützung bei Lern- und Arbeitstechniken bietet unsere Beratungslehrerin, Frau Fröhlich. Neben den Klassenlehrerteams ist Frau Hanl, Schulsozialarbeiterin, Ansprechpartnerin für die Kinder bei persönlichen Problemen.

Im Folgenden nun die Einzelheiten zu diesem Konzept.

 

Poolstunden im Bereich Pflichtunterricht

Klasse 5:

1 Stunde zusätzlich in Musik zur Vorbereitung eines Klassenkonzerts

1 Stunde als Klassenlehrerstunde

5 Doppelstunden/halbe Klasse für ITG-Unterricht (= informationstechnische Grundbildung)

Klasse 6.

1 Stunde als Klassenlehrerstunde

Klasse 7:

0,5* Stunden als Klassenlehrerstunde (entspricht einer Stunde ein halbes Jahr lang)

0,5* Stunden in Biologie für das Projekt: „Gesundheitserziehung“

Klasse 9:

0,5* Stunden ITG-Unterricht (= informationstechnische Grundbildung)

Klasse 10:

0,5* Stunden zusätzlich in Latein (Neulateinische Texte)

 

* 0,5 Stunden entsprechen etwa 18-20 Unterrichtsstunden à 45 min

 

Poolstunden für zusätzliche fachspezifische Förderung

Klasse 5:

In einer von fünf Wochenstunden Deutsch wird die Klasse im zweiten Halbjahr aufgeteilt in eine Gruppe mit lernschwachen und eine andere mit lernstarken Schülern. Je eine Gruppe bleibt beim regulären Fachlehrer, die andere Gruppe wird zeitgleich von einem Deutschlehrer einer Parallelklasse unterrichtet. Die Einteilung unternimmt der reguläre Fachlehrer. Der Vorteil dieser Organisationsform des Förderunterrichts liegt darin, dass die Schüler ihrem individuellen Leistungsvermögen und Leistungsstand entsprechend gefördert werden, ohne dass ihr Stundenplan durch zusätzlichen Unterricht belastet wird. 

Da bei dieser Form der fachspezifischen Förderung durch die Kopplung von zwei Lehrern und einer Klasse in einer Einzelstunde jedoch mit negativen Auswirkungen auf die Flexibilität in der Stundenplangestaltung zu rechnen ist, haben wir uns mit diesem Modell zunächst auf die Klassenstufe 5 beschränkt. Eine Ausdehnung dieser Organisationsform auf weitere Klassenstufen ist angedacht, zunächst aber müssen die stundenplantechnischen Auswirkungen geprüft werden. Daher gilt für Klassen 6-10 vorläufig eine andere Verfahrensweise.

Klassen 6-10:

In verschiedenen Fächern erhalten Schüler entsprechend ihrer  Leistungssituation bei ihrem jeweiligen Fachlehrer ein halbes Jahr lang die Möglichkeit, entweder Stoff zu wiederholen und zu üben (etwa 9-10 Unterrichtsstunden) bzw. sich mit neuen, interessanten Themenschwerpunkte zu befassen (ebenfalls etwa 9-10 Unterrichtsstunden). Im Unterschied zur Praxis in der Vergangenheit unterrichtet der jeweilige Fachlehrer seine eigenen Schüler, die er aus dem Fachunterricht bereits kennt. Er kann somit zielgerichtet entweder Versäumnisse/Probleme aufarbeiten oder aber Schülern, die über den eigentlichen Unterrichtsinhalt hinaus Interesse an bestimmten Themenstellungen haben, ein adäquates Angebot machen.

Dieser Unterricht findet zusätzlich zum regulären Pflichtunterricht statt und ist daher freiwillig. Die Eltern derjenigen Schüler, die für das eine oder das andere Unterrichtsangebot in Frage kommen, erhalten vorab ein Informationsschreiben des Fachlehrers, in dem die Inhalte des Förderangebots und der Zeitraum, in dem das Förderangebot gemacht wird,  konkret dargestellt sind. Die Eltern entscheiden mit ihrem Kind, ob sie das Förderangebot annehmen. Die Teilnahme ist nach der Anmeldung dann allerdings für den gesamten Zeitraum oder für eine spezielle Teilthematik verpflichtend.

 

Dieser zusätzliche Unterricht wird wie folgt angeboten:

Klasse 6: Latein oder Englisch (1. Fremdsprache) im ersten, Mathematik im zweiten Halbjahr

Klasse 7: Französisch im zweiten Halbjahr

Klasse 8: Mathematik im ersten Halbjahr

Klasse 9: Spanisch im ersten Halbjahr, Sport im zweiten Halbjahr

Klasse 10: Deutsch im ersten Halbjahr, Englisch im zweiten Halbjahr

 

Die jeweiligen Teilnehmerzahlen werden festgehalten, um Aufschluss darüber zu erhalten, in welchem Ausmaß Schüler diese Zusatzangebote annehmen. Mit Hilfe eines kleinen Fragebogens soll nach der Erprobung dieses Konzepts im nächsten Schuljahr die Meinung der Schüler eingeholt und in unsere Evaluation des neuen Förderkonzepts einfließen.

 

Übersicht der Poolstunden

 

Vergleichsarbeiten als Diagnoseinstrument

In den Klassen 7 und 9 finden landesweit an allen Gymnasien zu Beginn des Schuljahres Vergleichsarbeiten in den Fächern Deutsch und Mathematik, in Klasse 9 zusätzlich in einer modernen Fremdsprache statt. Es handelt sich dabei um standardisierte Tests, die nicht benotet werden. Sie sollen Aufschluss darüber geben, inwiefern die Schüler die fachlichen Inhalte der im Bildungsplan verankerten Bildungsstandards der zwei zurückliegenden Schuljahre erworben haben. Im Idealfall sind diese Vergleichsarbeiten ein Diagnoseinstrument, mit dem sich bestimmen lässt, welche Kompetenzen die Schüler besitzen und in welchen Bereichen noch Aufarbeitung nötig ist. Im Anschluss an die Vergleichsarbeiten können die Schüler – abhängig vom jeweiligen Ergebnis –  eventuelle Defizite in einer der oben geschilderten zusätzlichen fachspezifischen Fördermaßnahmen aufarbeiten.

 

Begabtenförderung

Begabtenförderung hat nicht nur im Unterricht und im neuen Förderkonzept seinen Platz, sondern findet auch im außerschulischen und außerunterrichtlichen Bereich statt. Im Folgenden finden  Sie einen Überblick über die Möglichkeiten der Begabtenförderung am GKM, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, der aber aufzeigen soll, wo die Schwerpunkte gesetzt sind.

 

A) Unterricht – Züge am GKM

Eine Möglichkeit, am GKM besondere Begabungen und Neigungen zu fördern, besteht in der Wahl des geeigneten Zuges. Alternativ zum Englischzug, der an allen Gymnasien angeboten wird, können unsere Schülerinnen und Schüler sich für den Latein- oder den bilingualen Zug entscheiden. Beide stellen eine besondere Herausforderung dar: Ein Kind im bilingualen Zug hat im Laufe seiner Schulzeit insgesamt zehn Stunden mehr Unterricht. In den ersten beiden Schuljahren besteht dieser aus Zusatzstunden in Englisch, zwei in Klasse 5 und eine in Klasse 6. In der fünften Klasse bedeutet dies, einen zusätzlichen Nachmittag an der Schule zu verbringen. Ab der siebten Klasse werden Sachfächer auf Englisch unterrichtet. Wer an der Kursstufe eine bilinguale vierstündige Naturwissenschaft belegt, kann das Zertifikat "Internationales Abitur Baden-Württemberg" erwerben.

Die "Lateiner" sind bereits ab dem ersten Schuljahr am Gymnasium mit zwei Fremdsprachen und somit auch mehr Unterricht konfrontiert. Wer eine weitere alte Sprache lernen möchte, kann in Klasse 10 zusätzlich Altgriechisch wählen. Letzteres ist auch möglich für Schüler im Englischzug. "Lateiner", die ab Klasse 10 Altgriechisch lernen und dies neben einer modernen Fremdsprache in der Kursstufe fortsetzen, erhalten das Zertifikat "Europäisches Gymnasium".

 

B) Außerunterrichtlicher Bereich

Arbeitsgemeinschaften (AGs)

Auch außerhalb des regulären Unterrichts fördern wir die Begabungen und Interessen unserer Schüler in verschiedenen Bereichen, indem wir Arbeitsgemeinschaften anbieten. Das Angebot variiert in den einzelnen Schuljahren, u. a. deshalb, weil von der Lehrerversorgung abhängt, wie viele Stunden zur Verfügung stehen.

Musisch-künstlerischer Bereich: Im musischen Bereich werden sowohl von unseren Musiklehrkräften als auch in Kooperation mit der örtlichen Musikschule die Talente und Neigungen der Kinder in Chor-/Orchester- oder Jazz-Arbeitsgemeinschaften gefördert. Sie finden dienstags in der 6. Stunde statt. Um allen Schülerinnen und Schülern die Teilnahme daran zu ermöglichen, ist dieser Termin für den Fachunterricht gesperrt.

Theatergruppen ergänzen unser Angebot in diesem Bereich.

Sprachlicher Bereich: Vielfältige Möglichkeiten der Begabtenförderung bietet unser breitgefächertes Angebot an fremdsprachlichen Arbeitsgemeinschaften. Wir bieten beispielsweise die Vorbereitung auf Sprachzertifikate an - im Bereich Englisch auf das "Cambridge Certificate" und in Französisch auf das "Diplôme d'Etudes en Lange Francaise" (DELF). Ein besonderes Bonbon für leistungsstarke und motivierte Schülerinnen und Schüler im sprachlichen AG-Bereich sind die Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse in Chinesisch.

 

Wettbewerbe

Wir ermöglichen unseren Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an Wettbewerben und unterstützen sie dabei. Im mathematischen wie im sportlichen, sprachlichen und naturwissenschaftlichen Bereich haben wir immer wieder Erfolge zu verzeichnen, sowohl in Einzel- als auch in Gruppenwettbewerben.

Um möglichst viel Schülerinnen und Schüler für eine Teilnahme zu motivieren, organisieren wir für bestimmte Wettbewerbe die Flächendeckende Durchführung an der Schule. Es sind dies z. B. der Vorlesewettbewerb in den sechsten Klassen, der HEUREKA-Wettbewerb  im naturwissenschaftlichen Bereich und der Känguru-Wettbewerb in Mathematik. Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig für das einzelne Kind.