Juli 2012

Musical-Aufführung 2012

 

„Löwenherz“

 

Am Donnerstag, den 05. Juli, führten der Unterstufenchor und die Tanz-AG unter der Gesamtleitung von Andreas Strobel das Rock-Mystical „Löwenherz“ von Andreas Schmittberger auf. Der Abend bot viele magische Momente und hinterließ ein tosendes Publikum.

Zu Beginn verzauberte der Chor die gespannten Zuhörer mit dem hoffnungsvollen Lied „Du bist nicht allein I“, das im noch dunklen Zuschauerraum vorgetragen wurde. Der klare, helle Klang der Kinderstimmen entführte das Publikum in die Welt des Musicals: Im  Jahr 1348  leben  Leonardo und sein Vater, ein Medicus, abgeschieden im Wald. Die Pest geht um, und der heilkundige Vater muss die Inquisition fürchten. Die dunkle Ouvertüre, deren düsterer Klang von kräftigem Pauken- und Percussionspiel geprägt wurde, spiegelte die bedrohliche Situation wieder. Noch wiegen sich Leonardo und der Vater in Sicherheit, untermalt von dem Stück „Stern in dunkler Nacht“, mit einem Solo des Hieronymus (Samira Meridian, 8a) und zarten Streicherklängen. Doch mit dem Erscheinen des Großinquisitors (Katharina Tscharf, 8a) ist die Idylle vorbei. Im Lied „Heiß!“ vermittelten Chor und Tanz-AG die Schrecken des Scheiterhaufens und sorgten für Gänsehaut. Mit Hilfe des magischen Amuletts entkommt Leonardo jedoch der gefährlichen Situation und landet in der Gegenwart. Hier verbreitet der fiese Schizzo mit seinen beiden  Kumpanen Angst  und  Schrecken unter den ängstlichen Mitschülern. Auch Anton, der Leonardo bei sich aufnimmt, wird von Schizzos Bande terrorisiert. Das Lied „Wir sind die Könige!“ ließ mit gekonntem Rap und Hip-Hop-Tanz die coole Welt der Jugendlichen aufleben. Im Klassensaal überzeugten Chor und Solisten durch ihre  authentische  Darstellung  des  Schülerverhaltens – Papierflieger und -geschosse, freche Kommentare sowie offen gezeigte Langeweile („Ich schlaf gleich ein!“) inklusive. Hier konnten die Darsteller ihre witzige Seite besonders ausleben; auch die Geschichtslehrerin Frau Knaubloch (Lorena Begic, 6b) sorgte mit ihrer gewollt schrulligen Art für Lacher im Publikum. Der Neuling Leonardo fasst den Entschluss, Anton und den anderen „Losern“ gegen Schizzos Bande beizustehen – und er weiß auch wie: Nur wenn sich die Freunde zusammenschließen, können sie sich wehren. Im Lied „Du bist nicht allein II“ beschwören die „Loser“ ihren Zusammenhalt. Auch Leonardo soll Hilfe bekommen, damit er in der Zeit zurück zu seinem Vater reisen kann. Um den nötigen Zauber auszuführen, sind sieben Freunde und das Amulett nötig, das jedoch leider verschwunden zu sein scheint. Die Macht der „Sieben“ besang der Chor in dem gleichnamigen Lied, dessen orientalische Klänge im 7/8-Takt eine magische Atmosphäre schafften.

Es gelingt den Freunden zwar, das Amulett aus einem Museum zu beschaffen, doch Schizzos Bande scheint ihre Pläne im letzten Moment zu vereiteln. Eingeschüchtert händigen sie den Anhänger aus, den Schizzo verlangt. Doch durch eine überraschende Wendung wird alles gut: Schizzos Kumpan Thor bringt das Amulett zurück und schließt sich den sechs Freunden an. Zu siebt führen sie den Zauber aus, der Leonardo nach Hause zu seinem Vater bringt („O Fortuna“ mit einem Solo von Theresia Krol, (6a). Im Lied „Da ist die Tür!“ von Chor und Tanz-AG wird Schizzo mit vereinten Kräften zum Abgang gezwungen, bevor er schließlich auch in den Kreis der Freunde aufgenommen wird.

Und auch der Geschichtsunterricht hat noch sein Gutes: Die Schüler erfahren aus einer Quelle im Buch, dass es der hasenfüßige Leonardo geschafft hat, in seine Zeit zurückzukehren und sich mit seinem Vater zu retten. Band, Chor und Tanz-AG zeigten daraufhin noch einmal vollen Einsatz beim abschließenden Hit „Löwenherz“. Der langanhaltende Applaus des Publikums wurde mit der Zugabe „Wir sind die Könige!“ belohnt.

Insgesamt  glänzte  die Aufführung  durch  das  große Können der etwa 70 Akteure. Die Tanz-AG, die von Frau Schumacher geleitet wird, fesselte mit ihrer Energie die Aufmerksamkeit des Publikums.

Die 14-köpfige Band mit Streichergruppe, die sich unter der Leitung von Herrn Strobel extra für das Musical formiert hatte, bot den Sängern solide Unterstützung und brillierte in den Zwischenspielen.

Auch Chor und Solisten zeigten, dass sich die intensive Probenarbeit durch einen klaren, vollen Klang sowie ein hohes Maß an Textverständlichkeit bezahlt macht. Beim Schauspiel überzeugten sie durch Textsicherheit und natürliche Gestik und Mimik (Texteinstudierung: Frau Finter).

Nicht zuletzt trugen das Bühnenbild, das Frau Weinmann mit Schülerinnen der 8b gestaltet hatte, sowie Licht und Ton der Technik-AG zur besonderen Atmosphäre der Aufführung bei.

E. Herold