Psychologie am GKM - ein Wahlfach in der Kursstufe

 

Was ist Psychologie?

Psychologie ist nicht ...

Seelenspionage, Gläser rücken, Psycho von Hitchcock, der Kummerkasten für alle ...

dunkel, bedrohlich, geheimnisvoll, allmächtig ...

Psychologie ist ...

die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen. Als empirisch arbeitende Wissenschaft registriert sie menschliches Erleben und Verhalten, klassifiziert und analysiert es, untersucht Ursachen und Bedingungen seines Auftretens, trifft Vorhersagen über sein künftiges Auftreten in bestimmten Situationen und entwickelt Strategien zu seiner planmäßigen Steuerung und Veränderung.

 

Typische Fragen in der Psychologie

! Wie lassen sich psychische Vorgänge beeinflussen? (Anwendung, Prävention, Intervention)

! Wie lässt sich Schüchternheit überwinden?

! Welche Möglichkeiten gibt es, um Lern- und Gedächtnisleistungen zu verbessern?

! Wie sollte man vorgehen, um Streit zwischen Mitschülerinnen zu schlichten?

! Wie kann ich besser kommunizieren?

 

Typisch für das Fach Psychologie in unserer Schule

Erfahrungsorientierung!!!

Es kommt uns zugute, dass es möglich ist, zahlreiche psychische Phänomene unmittelbar erfahrbar und beobachtbar zu machen. 

Im Psychologieunterricht geht es nun darum, die alltagssprachlichen Beschreibungen zu

einem wissenschaftlichen Erklärungsmodell in Beziehung zu setzen (hier: dem gestaltpsychologischen Modell zur Erklärung von Wahrnehmungsvorgängen). Weiterhin geht es dann darum, den Erklärungsansatz auf Alltagsphänomene zu übertragen, z.B. Warum sehe ich oft den Wald vor lauter Bäumen nicht? Warum erkenne ich bei Gedichtinterpretationen oft die zentralen Symbole nicht?

!!!Warnung !!

Der Psychologieunterricht knüpft zwar an der Erfahrungswelt der SchülerInnen an, er ist jedoch keine “Therapie”! Die Erfahrungsorientierung bezieht sich auf allgemeine Phänomene und Gesetze. Da es sich um Unterricht handelt, kann es nicht darum gehen, die Psyche einzelner Schülerinnen zu durchleuchten. Die Privatsphäre bleibt auf jeden Fall gewahrt. Wenn also z.B. mögliche Funktionen von Träumen thematisiert werden, ist nicht der konkrete Traum eines Kursmitglieds Gegenstand der Analyse, sondern ein fremdes Beispiel. Was die Schülerinnen aus ihrer Erfahrung beisteuern können, sind allgemeine Phänomene, z.B. “Träume ich schwarz-weiß oder bunt? Kann ich mich an alle Träume erinnern?” usw.

 

Kompetenzen und Inhalte des Psychologieunterrichts

1. Psychologie als Wissenschaft

Die Schülerinnen und Schüler können die Psychologie als empirische Wissenschaft mit ihren wesentlichen Methoden charakterisieren; zwischen Grundlagenforschung und Angewandter Psychologie unterscheiden; Berufsfelder von Psychologinnen und Psychologen beschreiben; zwischen Psychologie, Psychotherapie und Psychiatrie unterscheiden.

2. Entwicklung der Persönlichkeit

Die Schülerinnen und Schüler können Entwicklungen des menschlichen Erlebens und Verhaltens mit psychologischen Lerntheorien beschreiben; an Beispielen aufzeigen, dass die menschliche Entwicklung Ergebnis von Anlagen, Umwelt und aktiver Mitgestaltung durch das Individuum ist; das Konzept der Entwicklungsaufgaben erläutern und für eine spezifische Lebensphase konkretisieren; die Bedeutung frühkindlicher Bindungserfahrungen für die sich entwickelnde Persönlichkeit belegen; Dimensionen des Persönlichkeitsbegriffs erläutern.

3. Kognition, Motivation und Emotion 

Die Schülerinnen und Schüler können an Beispielen aufzeigen, dass Wahrnehmungen nicht allein durch die Merkmale des Reizes bestimmt werden, sondern auch durch die Erfahrungen und Dispositionen des wahrnehmenden Subjekts; das psychologische Gedächtnismodell beschreiben und Strategien zur Verbesserung kognitiven Lernens auf das eigene Lernverhalten übertragen; an Beispielen erklären, wie Kognitionen, Emotionen und Motivationen zusammenwirken. 

4. Der Mensch im sozialen Umfeld 

Die Schülerinnen und Schüler können psychologische Prinzipien identifizieren und erläutern, die das menschliche Verhalten bei Anwesenheit anderer steuern; die Gruppe als System mit Zielen, Normen und Rollen beschreiben; grundlegende gruppendynamische Prozesse erkennen und auf konkrete Fälle anwenden; wesentliche Merkmale menschlicher Kommunikation erläutern und an Beispielen Möglichkeiten zur Veränderung von Kommunikationsabläufen aufzeigen. 

 

Die GFS-Kriterien finden Sie hier.